» Ziel ist der öffentliche Diskurs um den Umgang mit der Mensa am Park in Weimar und die Vorbereitung einer denkmalgerechten Sanierung «

Frage und Antwort

Di, 5.Januar 2010 | Autor: mensadebatte.de | Facebook

Wer sind die handelnden Akteure?

Auf die Standortdiskussion für ein neues Bauhaus-Museum wirken bislang maßgeblich fünf Interessengruppen ein.

1. Klassik Stiftung Weimar
Unter der Leitung des Stiftungspräsidenten Hellmut Seemann ist die Klassik Stiftung Betreiber des Bauhaus-Museums und somit Bauherr eines Neubaus. Nach dem Gutachten zu möglichen Standorten von dem Weimarer Architekturbüro Gildehaus und Reich hat sich der Stiftungsrat im Juni 2009 für den Standort Theaterplatz ausgesprochen. Als dem Stiftungsrat verpflichtetes Mitglied vertrat Seemann bis zum November 2009 diese Entscheidung des Gremiums auch öffentlich . Zurzeit wird die Diskussion um einen möglichen Neubau am Mensastandort von der Klassik Stiftung beobachtet und geduldet.

2. Bauhaus-Universität Weimar
Die Universität wird von Rektor und Hochschulprofessor Gerd Zimmermann vertreten. Seiner Meinung nach gehört ein Bauhaus-Museum in die Nähe des Gründungsortes und somit an die Gebäude der Universität an der Geschwister-Scholl-Straße. Verschiedene Standorte wurden im Laufe der Zeit in die Waagschale geworfen, darunter kristallisierten sich das alte MFPA-Gelände an der Amalienstraße und die Mensa am Park als mögliche Varianten heraus. Da aber die Universität weder Betreiber des Museums noch der Mensa am Park ist, beschränkt sich der Einfluss in der Debatte eher auf fachliche Einwände und persönliche Wünsche der Hochschulleitung. Zu dieser zählt auch der Kanzler Dr. Heiko Schultz, ehemals Bauleiter der Mensa am Park.

Die aktuelle Entscheidung zugunsten eines Mensaabrisses wird zurzeit ausschließlich und mit Nachdruck von der Hochschulleitung propagiert.

3. Stadt Weimar
Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) favorisiert den in dem Standortgutachten vorgeschlagenen Bauplatz an der ehemaligen Minoltankstelle zwischen Gauforum und Schwanseepark. Das Grundstück ist bislang unbebaut und würde kostengünstig sofort zur Verfügung stehen, wäre zudem für eine mögliche spätere Erweiterung groß genug. Stefan Wolf würde aber, nachdem er lange Jahre in der SPD Fraktion für den Theaterplatz votierte, auch dem Standort Mensa am Park zustimmen.

4. Land Thüringen
Das Land wäre der Mit-Geldgeber für den Neubau einer Mensa und daher relevant für eine Standortentscheidung zugunsten des Mensaabrisses. Nachdem die CDU Alleinregierung die Finanzierung einer neuen Mensa im Rahmen des Konjunkturpaketes II im Jahr 2009 abgelehnt hatte, könnte die CDU / SPD Koalition nun der Mitfinanzierung aus eigenen Haushaltsmitteln nicht abgeneigt sein. Bis zum heutigen Tag gibt es keine konkrete Zusage über Mittelbewilligung für einen Mensaneubau.

5. Studentenwerk Thüringen
Das Studentenwerk steht unter der Leitung von Geschäftsführer Dr. Schmidt-Röh. Als Eigentümer der Mensa am Park scheint ihm alles recht, was für das Studentenwerk kostengünstig und schnell realisierbar ist. Die Bauvoranfrage zum Neubau einer Mensa wurde vom “Hausarchitekten” Sittig aus Jena im Dezember 2009 gestellt.

Was würde eine neue Mensa von der Alten unterscheiden?

Neben dem Verlust des Standortes in der ersten Reihe am Park, würde eine neue Mensa vor allem wesentlich kleiner werden, als sie es Heute ist. Die Folge wäre ein verkleinerter Speisesaal, sowie eine mehr auf Tiefkühlware ausgerichtete Küche. Die Lagerräume würden vermutlich auf eine just-in-time Anlieferung abgestimmt werden, sodass es zu vermehrtem Anlieferungsverkehr kommen wird. Das für den für die Bauvoranfrage bestimmenden Entwurf relevante Raumprogramm sah einen Speisesaal von 600 Quadratmetern vor, das entspricht in etwa 2/3 der jetzigen Speisesaalkapazität.

Gibt es studentische Entwürfe und Arbeiten?

Seit Jahren wird das Thema eines neuen Bauhaus-Museum von verschiedenen Lehrstühlen der Fakultät Architektur an unterschiedlichen Standorten bearbeitet.
Besonders zu nennen sind die Arbeiten der Professuren Entwerfen und Gebäudelehre I (Prof. Hubert Rieß) und Entwerfen und Gebäudelehre II (Prof. Karl-Heinz Schmitz)

Nach Entwürfen an den Standorten Theaterplatz, Altes MFPA-Gelände/Amalienstraße und Beethovenplatz/Staatsarchiv wurde im Sommersemester 2009 erstmalig der Standort Mensa unter der Prämisse eines Abrisses behandelt. Zur Disposition standen zudem die Bauten von Emil Schmidt aus dem Jahr 1953 (Hörsaalgebäude), wodurch die gesamte Grundstückssituation städtebaulich neu zu definieren war. Der Entwurf von Augustinus Clüsener am Lehrstuhl Entwerfen und Gebäudelehre I wurde auf Wunsch der Hochschulleitung als Grundlage für weitere Planungen vorgesehen.

Auswahl studentischer Entwürfe am Lehrstuhl Entwerfen und Gebäudelehre II

Der Lehrstuhl Entwerfen und Gebäudelehre I zeigt auf seiner Internetseite keine studentischen Arbeiten.


Was sagt die UNESCO zum Mensa Standort?

Die Stellungnahme von ICOMOS, der Gutachterorganisation der UNESCO, vertreten durch Prof. Glaser ist ab sofort hier (pdf Dokument 41kb) abrufbar.

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1 Kommentar »

Ein Kommentar zu “Frage und Antwort”

  1. 1

    Böhmer, Peter

    schrieb am 8. Januar 2010, 17:49 Uhr

    Herr OB Wolf,
    seien Sie Lobbyist der Stadt Weimar.
    Logisch und durchaus Vertretbar ist die Variante
    ehemalige Minolfläche. Weimarhalle, Bauhausmuseum,
    “Gauforum”- “entschärft” durch das Atrium als unaufdringlicher Bau mit Begrüßungcenter unserer
    Stadt – ideal ! . . . meiner Meinung nach ohne Alternative
    für unser Weimar.
    Seien Sie stark, klug und bissig wie ein richtiger Wolf !!
    Sie setzten ein Denkmal für Weimar und nicht für
    irgendwelche Interessenten oder – gruppen.
    Egal ob Prof., Dr. o.ä.
    Nur Mut !

    Pension Böhmer
    Ziegeleiweg 3


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