» Ziel ist der öffentliche Diskurs um den Umgang mit der Mensa am Park in Weimar und die Vorbereitung einer denkmalgerechten Sanierung «

Pro Mensa = Contra Bauhaus-Museum?

Di, 5.Januar 2010 | Autor: Johannes Schaefer | Facebook

Die Diskussion um die Erhaltung der Mensa am Park und ihrer Qualitäten für die Studierenden und Lehrenden der Hochschulen in Weimar darf selbstverständlich nicht zu Lasten eines Neubaus des Bauhaus-Museums gehen.

Es muss aber auf der anderen Seite ebenso gefordert werden dürfen, dass die Diskussion um die Standorte des Museumsneubaus nicht zu Lasten einer Architektur geht, die sich aufgrund fehlender Lobby (noch) nicht auf der Denkmalliste des Freistaates Thüringen wiederfindet.

Die Stadt Weimar und das Land Thüringen bieten weitere interessante Standorte für ein Kunstmuseum, welches den aktuellen konservatorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen von großen, international bedeutenden Wechselausstellungen gerecht werden kann.  Standorte wie das ehemalige MFPA-Gelände, die ehemalige Minol-Tankstelle am Gauforum, das Kulissenhaus am Theaterplatz, sowie die Bemühungen um eine Thüringer Kunsthalle in Jena sind zeitnah realisierbare Optionen für ein neues Bauhaus-Museum.

Für die Erhaltung der Mensa zu stimmen, kann nicht heißen gegen ein Neues Bauhaus-Museum zu sein.

3 Kommentare »

3 Kommentare zu “Pro Mensa = Contra Bauhaus-Museum?”

  1. 1

    Uwe Adler

    schrieb am 5. Januar 2010, 22:16 Uhr

    Ich favorisiere eindeutig den Standort des ehemaliges MFPA-Geländes. Was böte sich hier nicht für eine einmalige Möglichkeit, dieses Areal nicht nur städtebaulich zu erschließen!
    Absolut unpassend empfinde ich den Vorschlag, das neue Bauhaus-Museum hinter das Kulissenhaus am Theaterplatz zu bauen. Nicht unbedingt aus dem Grund, weil dann das »Neue« (Gropius und Bauhaus) hinter das »Alte« (Goethe, Klassik etc.) nicht nur optisch zurücktritt. Vielmehr deshalb, weil dieses Gebiet bereits auch touristisch und städtisch erschlossen ist. Was will ich hier noch entwickeln?
    Die Touristenströme gilt es doch, auch in andere Ecken Weimars zu führen, sie neues entdecken zu lassen. Und mit dem einstigen MFPA-Standort könnte man so eine Chance nutzen. Nicht zu vergessen die inhaltliche Nähe zur heutigen BAUHAUS-Universität!

  2. 2

    Uwe Adler

    schrieb am 5. Januar 2010, 22:23 Uhr

    Noch einige Worte zur Mensa. Ich teile die Auffassung, dass es bedauern ist, diese Mensa am Park nicht auf einer Thüringer Denkmalschutzliste zu finden. Auch wenn es damit alleine nicht getan wäre.
    Es müsste überlegt werden, inwieweit lässt sich dieses Gebäude heutiges Bedürfnissen und Anforderungen anpassen. Nicht nur energetisch und technisch. Das Studentenwerk äußerte sich wohl dahingehend, dass es in Zukunft auch eine kleinere Fläche zu bewirschaften gelte. Wie können diese berechtigten Interessen und Anforderungen des Nutzers und die Ansprüche an eine möglichst »Denkmal«-schonende Sanierung unter einen Hut gebracht werden. Und letzten Endes, wie ist dies zu finanzieren.
    Die Möglichkeit über das so genannte Konjunkturpaket II wird es nicht ewig geben, sie ist vielleicht schon verstrichen. Wie kann das Studentenwerk die finanziellen Mittel aufbringen, welches Geld kann dafür woher eingeworben werden?
    Auch wenn dies eher skeptisch klingt, ich spreche mich sehr wohl für einen Erhalt der Mensa am Park aus!

  3. 3

    Till Hoffmann

    schrieb am 5. Januar 2010, 23:10 Uhr

    Es wurde viel Emotionales und auch Sachliches geschrieben, um den das Erhaltenswerte an der Mensa hervorzuheben. Tatsächlich ist das Schicksal der Mensa ein politisches und auf diese Ebene muss man Druck ausüben, will man den anscheinend zahlreichen Befürwortern eines Erhalts Gehör verschaffen. Einen guten Überblick auf die bisherige Diskussion, sowie Expertisen zu den verschiedenen Standorten gibt ein Artikel, der in der Zeitschrift der deutschen Architektenkammer erschienen ist. Auf Anfrage war die Redaktion so freundlich, den Artikel ( http://architekten-thueringen.de/inhalt.php?id=15592 ) öffentlich zugänglich zu machen.

    Wie also kann man der Debatte mehr Geltung verschaffen? Gerade auf kommunaler Ebene hat die Meinung bestimmter Interessengruppen Gewicht. Wenn der Stadtrat nicht weiß, dass es überhaupt jemanden interessiert, was mit der bestehenden Mensa geschieht, wird er sich dafür wohl kaum für einen Erhalt einsetzen. Es gilt also mal wieder über den Wirkungsgrad einer Piazza-Debatte hinaus zu kommen. Wie das? Es wäre sehr interessant zu hören, was eigentlich Bewohner Weimars dazu zu sagen haben, die nicht aus dem Umfeld der Universität stammen. Ich möchte Eure Gedanken und Anregungen hören, wie wir es schaffen können, mehr Menschen anzusprechen, mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Sollte in Weimar vielleicht statt eines Hörsaals die Mensa besetzt werden? Sollten wir die Postfächer von Stadt- und Landtagsabgeordneten fluten? Unterschriften sammeln?

    Was meint Ihr?


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