» Ziel ist der öffentliche Diskurs um den Umgang mit der Mensa am Park in Weimar und die Vorbereitung einer denkmalgerechten Sanierung «

Es ist aber noch nichts gebongt

Fr, 8.Januar 2010 | Autor: mensadebatte.de | Facebook

Studentischer Entwurf ist Grundlage für Bauvoranfrage

Studentischer Entwurf, Erdgeschoss Grundriss
In Farbe hervorgehoben bebaute und versiegelte Flächen, Montage: Red.

Die im Dezember 2009 gestellte Bauvoranfrage beruht auf einem im Sommersemester 2009 erarbeiteten studentischen Entwurf. Die bei der Stadt Weimar eingereichte Anfrage wurde durch das Architekturbüro Sittig aus Jena verfasst. Eine Einsicht der Bauvoranfrage ist bislang nicht möglich.

Thüringer Allgemeine vom 19. November 2009

“Der Entwurf von Antonius Klüsener bietet laut Zimmermann eine auch städtebaulich bestechende Lösung. Er zeige, dass sich der Standort als exzellent erweist und räume auch berechtigte Bedenken aus. Auf dieser Grundlage soll noch 2009 eine Bauvoranfrage für eine neue Mensa bei der Stadt gestellt werden. Nach einer positiven Antwort müsse dann mit dem Land die Finanzierung geklärt werden.”

Studentischer Entwurf von Augustinus Clüsener // Markthalle : Die neue Mensa der Bauhaus-Universität
Modellfoto mit Blick von Südost

Hinter den klassizistischen Häusern an der Marienstraße liegt der langgestreckte Baukörper der neuen Mensa. Das neue Bauhaus-Museum liegt in quadratischer Kubatur südöstlich am Park.

2 Kommentare »

2 Kommentare zu “Es ist aber noch nichts gebongt”

  1. 1

    Uwe Adler

    schrieb am 9. Januar 2010, 13:21 Uhr

    Zu den hier präsentierten Entwürfen, die als Grundlage der Bauvoranfrage dienen, habe ich mir noch gar keine feste Meinung gebildet.

    Aber wie undemokratisch ist denn das Studentenwerk, ohne die Einbindung der Studierenden (die wohl auch die Mehrheit im »Aufsichtsrat« des SW halten) eine Voranfrage zu stellen? Geht es hier um Einschlagen von Pflöcken, um das Schaffen von Fakten?

    Haben sich Stadt, Politik, Unileitung und Klassik Stiftung unter der Hand bereits darauf geeinigt und mit dem Studentenwerk jemanden gefunden, der das ganze »festklopft«? Es mag so ausschauen.

    Ich hoffe aber, dass die Stadt als bearbeitende Verwaltung der Voranfrage nicht nur den Gesetzestext und Vorschriften zur alleinigen Grundlage macht, sondern versucht, für der »Stadt Bestes« im Blick zu haben. Und die Studierenden sind ein wichtiger, auch Wirschaftsfaktor für unser Weimar. Da wäre es unsensibel, wenn sich die »hohe Kultur« als scheinbar prestigeträchtiger gegen die Bildung und deren Vertrter hinwegsetzt.

  2. 2

    Stephan Becker

    schrieb am 10. Januar 2010, 11:33 Uhr

    Mensa am Park.
    Museum am Park.

    Die Qualität der Mensa am Park ist nicht unbedingt das feilgebotene Essen, sondern ihre jetzige Lage und ihr Ausblick, den ich immer sehr genossen habe.

    Eine Art der Wertschätzung gegenüber denen, die Weimar heute wirtschaftlich, gesellschaftlich und gestalterisch einen inhaltlichen Sinn geben und der Entwicklung der Stadt zum einem bloßen „Freilichtmuseum” entgegenwirken.

    Mit dem Wechsel der nutzung, „Mensa” gegen „Museum”, wird ein gewachsener Ort belegt, der jahreszeitenbedingt vom Innenhof des Hörsaalgebäudes über das Foyer bis zum Aussenterrasse am Park der Kommunikation dient, in dem Sinne ein Ort der Demokratie ist. Vom Hörsaal zum Treffpunkt, zum Essen und von dort in den Park oder zum einfachen Verweilen oder Rückzugsmöglichkeit, wobei die Fläche der ebenerdigen Verteilerebene zu Spitzenzeiten gerade ausreichend ist.

    Statt diesen Kernbereich des Uni-Campus entsprechend zu sanieren und gestalterisch aufzuwerten, wird diese Qualität mit dem Verlust der Option auf Großveranstaltungen auf den Charakter eines eingepferchten Hinterhauses ohne Ausblick reduziert, um an prädestinierter Stelle ein Museum zu errichten, welches sich der Einzigartigkeit des Ortes bereichert.

    Dieser quadratische Altarstein auf vier Wandscheiben in „Linzer-Optik” bildet dann mit dem Hörsaalgebäude in „Kriegsästhetik” aus den 1950er Jahren die neue Parkansicht. Dabei wäre die Möglichkeit der Anbindung an das Archiv und den Beethovenplatz gegeben gewesen, sofern die Bewertung der Situation radikaler ausgefallen wäre und die Funktionsverteilung anders erfolgen würde.

    Anhand des obigen Lageplans, könnte die Hörsaalnutzung in dem geplanten neuen Mensagebäude stattfinden, das alte Hörsaalgebäude abgerissen werden und an dieser Stelle als städtebauliches Element das „Museum am Park” gegenüber der momentanen Hofseite der „Mensa am Park” errichtet werden. Demnach würde sich der jetzige Innenhof zusätzlich in Richtung Stadt und zum Park öffnen. Als Verbindungshof zwischen Lehre, Historie und Gegenwart beiden Gebäuden ihre „Identität am Park” geben.

    Mit Verlaub, für mich als Bauhaus-Absolvent mit städtebaulichem Schwerpunkt und als Museumsgestalter, stellt diese Bauvoranfrage keine wertschätzende Lösung im Kontext der Universität und der Stadt Weimar dar, so dass es planerisch lediglich um Platzierung eines Solitärs, sowie um die Verteilung von Tischen und Wandscheiben zur Betonung von Gebäudefluchten handelt.

    Unabhängig der städtebaulich-architektonischen Diskussion, bleibt die Frage nach dem angewandten Verfahren. Wäre nicht ein beschränkter Wettbewerb unter allen Bauhaus-Studenten und Absolventen ein probates Mittel der Ideenfindung und als Grundlage der Auseinandersetzung gewesen? Möglicherweise wäre es im Sinne der Debatte einen Ideenwettbewerb auszuloben und diese Entwürfe entsprechend meinungsbildend zu veröffentlichen?

    Vielleicht wäre es der Redaktion noch möglich, einen Erläuterungsbericht des Entwurfes für die Diskussion beizusteuern? Danke.

    Schönen Sonntag!


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