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Zeit für kooperative, konsensorientierte Planung unter kommunaler Planungshoheit

Fr, 29.Januar 2010 | Autor: Prof. Heinz Schwarzbach | Facebook

„Wir vereinigen in uns die Sorge um unser Haus zugleich und unsre Stadt, und den verschiedenen Tätigkeiten zugewandt, ist doch auch in staatlichen Dingen keiner ohne Urteil. Denn einzig bei uns heißt einer, der daran keinen Anteil nimmt, nicht ein stiller Bürger, sondern ein schlechter, und nur wir entscheiden in den Staatsgeschäften selber oder denken sie doch richtig durch. Denn wir sehen nicht im Wort eine Gefahr fürs Tun, wohl aber darin, sich nicht durch Reden zuerst zu belehren, ehe man zur nötigen Tat schreitet.“

Perikles 500-429 v.Chr.

Das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege befindet den Ensembleschutz für den Campus der Bauhaus-Universität. Danke für Weimar! Dank auch an die UNESCO-Monitoringgruppe der ICOMOS!  Aber, fragt man sich, wusste die, mit komfortabler kommunaler Planungshoheit ausgestattete Weimarer Stadtplanung nach fast 20 Jahre kollektiven Nachdenkens über einen neuen, der Stadtgestalt Weimar verpflichtenden Standort des Bauhaus-Museums, dies nicht schon vorher? Oder gibt es etwa gar keine Schutzzonen für die 23 UNESCO-Welterbestätten in Weimar?

Wie lange will die Stadt, die ehrenwerten Herrn, den KSW-Präsidenten und den Rektor der Bauhaus-Uni in aller Öffentlichkeit auf der Suche nach einem geeigneten Standort noch durch das Dorf, respektive durch die Kulturstadt jagen und mit der verwegenen Idee des Abrisses der Mensa gar den Studentenwerk-Direktor noch in eine soziale Debatte verwickeln?  Peinlich, peinlich – Zufall, Absicht oder gar ……., wie im Moment leider auf vielen „Planung-Baustellen“ der Stadt, wie Denkmalbeirat, Schießhaus und -hölzchen, Kastanienwäldchen in der Leibnizallee, Herderkirchengemeindesaal, Verkehrsberuhigung vor dem Goehte-Haus und, und ?

Kommunale Planungshoheit  bedeutet: „Aus der Selbstverwaltungsgarantie des Grundgesetzes (Art. 28) leitet sich das Recht und die Pflicht der Gemeinden ab, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. Dazu gehört es auch, ihre Bauleitpläne in eigener Verantwortung aufzustellen, um die städtebauliche Entwicklung zu ordnen.

Natürlich  geht das heute nur mit kooperativer Planung, konsensorientiertem Dialog und Aushandeln bestmöglicher planerischer Lösungen bei Kompensation der evtl. verbundenen Nachteile (siehe auch: Fassbinder, Helga: Stadtforum Berlin – Einübung in kooperativer Planung) Bitte, liebe Stadtplanerkollegen/Innen führen Sie jetzt nicht auch noch die Stadtratsfraktionen vor!  Deren FDP-CDU-Vorschläge für den Standort am Weimarhallen-Park übrigens, halte  ich für die Lösung (immer noch nach der Amalienstrasse/Geschw.-Scholl-Str.), die auch diesen städtebaulich wichtigen Bereich einer Neugestaltung zuführt. Hier können Architekten, Städtebauer, Landschaftsarchitekten und Künstler kreative Entwürfe zeigen, die wirklich ein touristisch anziehender Gestaltbeitrag für Weimar wären und die die fragliche Dominanz des ehem. DAF-Gebäudes und der hier 1935 geplanten Statthalterei konterkarieren könnten. Bitte lassen Sie endgültig vom Standort Zeughof/Künstlerhaus, Theaterplatz/“Palais“ Schopenhauer und von der Fläche gegenüber dem Goethehaus.

Dank auch an die Studenten und Mitarbeiter von www.mensadebatte.de, die dem Planungsdialog  ein brauchbares Podium öffentlicher Meinungsäußerung bieten. Vielleicht eine Anregung für  www.weimar.de, die mit dem „Verkehrs-Planungscafe“ schon begonnen Dialog in einem „Stadtforum“ echt fortsetzen könnte.

Ganz privat ! Heinz Schwarzbach, Städtebauprof. und freier Architekt a.D.(s.a. Wiki..)


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