» Ziel ist der öffentliche Diskurs um den Umgang mit der Mensa am Park in Weimar und die Vorbereitung einer denkmalgerechten Sanierung «

“Die genannten Gründe bestätigen Denkmalfähigkeit der Mensa”

Fr, 7.Januar 2011 | Autor: mensadebatte.de | Facebook

Aus der Arbeit des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie“, Heft 36

Während eine Entscheidung über die Eintragung in das Denkmalbuch noch nicht gefällt worden ist, hat das Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie in der  jüngsten Ausgabe seiner Publikationsreihe zwei bemerkenswerte wissenschaftliche Artikel zur Mensa am Park sowie zu Mensabauten in der DDR im veröffentlicht.

Benjamin Rudolph erfasst dabei in einem umfangreichen und gut recherchierten Katalogteil 27 Mensen, die zwischen 1960 und 1989 projektiert wurden und ermöglicht so erstmalig auch eine wissenschaftliche Einordnung der Weimarer Mensa am Park. Anschließend daran rekonstruieren Dr. Rainer Müller und Benjamin Rudolph in der selben Publikation die Planungs- und Baugeschichte der Bauten an der Marienstraße unter besonderer Berücksichtigung der Mensa und kommen dabei zu einem eindeutigen Fazit:

»Mit Blick auf die Ergebnisse der vorangegangenen Untersuchungen stellt sich abschließend die Frage, ob ein Gebäude wie die Weimarer Mensa, deren Eröffnung keine 30 Jahre zurückliegt, denkmalfähig sein kann. Die Autoren dieses Beitrages, dass sei vorweggenommen, bejahen sie. Im Wesentlichen handelt es sich um drei Aspekte, die hierfür ausschlaggebend sind: die historische Bedeutung, die städtebauliche Lage und die architektonische Qualität. […]«


Auch Landeskonservator Holger Reinhardt äußert sich in diesem Zusammenhang erstmals öffentlich zum Sachverhalt. Im Vorwort heißt es:

»Die Frage, “wie alt” ein Gebäude denn sein darf oder muss, um als Kulturdenkmal zu gelten, beschäftigt anlassbezogen nach wie vor breite Kreise der Gesellschaft. In den öffentlichen Diskussionen der vergangenen zwei Jahre hat die Frage nach der Bedeutung der 1981/1982 errichteten Mensa der heutigen Bauhaus-Universität in Weimar als potentielles Kulturdenkmal einen breiten Raum eingenommen. Diese Diskussion findet eine Widerspiegelung in den Beiträgen von Rainer Müller und Benjamin Rudolph. Auch wenn hier ein Plädoyer für dieses Objekt als Kulturdenkmal gehalten wird, muss man gleichzeitig realistisch die Erhaltungschancen der wesentlichen Eigenschaften, die für ein Kulturdenkmal maßgeblich sind, unter modernen funktionalen und energetischen Gesichtspunkten bedenken. Die Aufzählung der unter verschiedenen Aspekten und in der Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen zu erarbeitenden und zu lösenden Fragen ließe sich fortsetzen.«

„Aus der Arbeit des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie“
Heft 36 (Neue Folge), Erfurt, 2010
ISBN: 978-3-937940-72-4

Benjamin Rudolph: Zum Mensabau in der DDR zwischen 1960 und 1989. Eine Bestandsaufnahme. S. 106–147

Rainer Müller/Benjamin Rudolph: Der Campus der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar. Zur Planungs- und Baugeschichte der Bauten an der Marienstraße unter besonderer Berücksichtigung der Mensa. S. 148-170

Beitrag kommentieren »

Verfassen Sie einen Kommentar

  • Möchten Sie Ihr Anliegen als eigenen Artikel auf dieser Website verfassen, treten Sie bitte mit uns in Kontakt. Gerne geben wir Ihrer Meinung zum Thema hier eine Plattform.