» Ziel ist der öffentliche Diskurs um den Umgang mit der Mensa am Park in Weimar und die Vorbereitung einer denkmalgerechten Sanierung «

Seminar Spezial

Aufbau Präsentation“Die Mensa in Weimar – Denkmalpflege der Moderne” : Ein Seminar im Wintersemester 2010/11 an der Bauhaus-Universität Weimar 

Ziel des Seminars war es, anhand eines architektonischen Details Abwägungsprozesse zwischen baukonstruktivem Anspruch, energetischer Notwendigkeit und denkmalpflegerischer Priorität aufzuzeigen und einen möglichen Lösungsansatz für die Praxis auszuarbeiten. 

Entwerfen und Baukonstruktion 

Die Fassade der Mensa ist ein Vorhang aus sorgfältig gewählten Materialien. Kunststeine und Aluminiumfenster werden zu einer filigranen Struktur verwoben. Mit einem dezenten Farbkonzept wird zwischen den Geschossen differenziert. Typisch für die Bauzeit und die Konstruktionsmethoden in der DDR sind Rasterung und Fugenbild.  

Nach dreißig Jahren hat sich Patina gebildet, sichtbaren Reparaturbedarf gibt es an üblichen Anschlusspunkten und die hohe Nutzlast zeigt sich in Gebrauchsspuren. Dieses Bild soll aufgenommen und in einen Zusammenhang mit großmaßstäblichen Detailzeichnungen gestellt werden, um die Wechselwirkung von architektonischem Ausdruck und Konstruktion zu verdeutlichen. In diesen großen Zeichnungen klären sich die Qualitäten der Fassade und die dafür ursächlichen Elemente werden deutlich.  

Die Mensa ist ein Skelettbau mit einer Vorhangfassade aus Kunststein und in Aluminiumrahmen gefasstem Glas. Diese Hülle prägt das Gebäude; gleichzeitig ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Objekt einer anstehenden Sanierung. Um Vorschläge machen zu können, wie diese Sanierung unter Erhaltung möglichst aller Bauteile gemacht werden kann, muss die Konstruktion dieser Fassade im Detail bekannt und aufgezeichnet sein. 

Als erstes wurde die Fassadenkonstruktion am Bestand millimetergenau aufgemessen, diese Zeichnungen wurden danach mit den Unterlagenim Archiv des Studentenwerkes abgeglichen und schließlich im Gespräch mit ehemals am Bau Beteiligten korrigiert. Nun sollte die Konstruktion an einer Probestelle geöffnet werden, um letzte Informationen – besonders über die Montage der Aluminiumrahmen – zu erhalten. Schon jetzt zeigt sich aber, dass die Fassade demontierbar und womöglich einfacher zu sanieren ist, als es den Anschein hat. 

Denkmalpflege und Baugeschichte

Kartierung DenkmalwertigkeitUngeachtet persönlicher, ästhetischer Befindlichkeiten hat sich das Seminar der bereits seit einigen Jahren denkmalverdächtigen Mensa aus unterschiedlichen Perspektiven genähert. Der allgemeinen Verortung der Mensa innerhalb der Debatte um die Denkmalwürdigkeit von Bauten der späten DDR folgt die vergleichende Kontextualisierung: Wie verhält sich der Bau zur Mensa-Architektur in Westdeutschland und Osteuropa?  

Auf der Ebene des Objektes angekommen geht es schließlich um die städtebauliche Bewertung des Mensastandortes und die Denkmalwertigkeit einzelner Bauteile. Dabei werden nicht nur raumprägende Elemente, sondern gleichfalls bautypologische Spezifika berücksichtigt. Auf der Grundlage einer axiologischen Analyse wurde eine Kartierung denkmalpflegerisch relevanter Bauteile vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen: Mit der »Mensa am Park« besitzt Weimar ein qualitätvolles Zeugnis später DDR-Architektur, das auf einmalige Weise mit seinem Standort korrespondiert. 

Bauklimatik

  Folgt in Kürze. 

Seminarheft

Die erste Auflage des Seminarheftes mit sämtlichen Ergebnissen ist leider bereits vergriffen.
Eine zweite, erweiterte Auflage ist in Arbeit.Seminarheft