» Ziel ist der öffentliche Diskurs um den Umgang mit der Mensa am Park in Weimar und die Vorbereitung einer denkmalgerechten Sanierung «

Mensa am Park

Bis die „Mensa am Park“ am 16. November 1982 ihre Pforten öffnen konnte, waren mehr als zehn Jahre Planungs- und Entwurfstätigkeit vergangen. Der Auftrag zur Planung einer neuen Mensa wurde universitätsintern an die Projektierungsabteilung des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Anita Bach vergeben.

Anita Bach, Leiterin des Projektierungsbüros, um 1970

Den ersten Vorstudien des Projektierungsbüros für eine Mensa aus dem Jahr 1974 waren 1969 und 1973 zwei studentische Ideenwettbewerbe vorausgegangen. Aufgabe des ersten Wettbewerbes war es, den Komplex als Mensa mit einer Kapazität von 4000 Essen pro Tag und als Veranstaltungszentrum für die „studentische Jugend“ auszubilden. Zwei Standortvarianten standen zur Disposition: die Marienstraße 1b (Wielandplatz) und eine Angliederung an den Studentenclub Kasseturm.

1973 wurde die Kapazität auf 1600 Essen reduziert und drei weitere Standorte zur Auswahl gestellt: Marienstraße/ Hörsaalkomplex, Marienstraße/vor dem Hauptgebäude und ein Gelände in der Amalienstraße. Im gleichen Jahr einigte man sich auf den heutigen Standort, für den das Projektierungsbüro drei städtebauliche und baukörperliche Varianten ausarbeitete.

Vorstudie Mensaneubau, Ansicht aus dem Park, 1973, Verfasser: Peter-Klaus Kiefer


Vorstudie Mensaneubau, Ansicht aus dem Liszthaus, 1973, Verfasser: Peter-Klaus Kiefer

Städtebauliche Variantenuntersuchung Marienstraße 1974, Verfasser: Peter Karsten, Siegfried Richter

Nachdem es zum Teil erbitterte Diskussionen mit der Stadt, der Denkmalpflege und der Parkverwaltung wegen der Volumenentwicklung und der Raumausdehnung des Mensagebäudes gegeben hatte, konnte im Jahr 1979 der erste Spatenstich erfolgen. Der Bau wurde unter Mithilfe von Studenten und Mitarbeitern realisiert. Die Eigenleistung durch Arbeitseinsätze belief sich auf 150 000 Mark. Gegenüber der Variante von 1974 hatten sich das Raumprogramm um einen Clubraum und ein HO-Restaurant für Parkbesucher, außerdem die Kapazität auf 2500 Essen pro Tag erweitert.

Die leichte Glas-Stahlkonstruktion des Vorentwurfes, die sich an das Gebäudevolumen der Altbauten anschmiegte, wich aufgrund konstruktiver Vorteile einer eher massiv wirkenden Waschbetonplattenvorhangfassade, die zu den Parkseiten eine großflächige Verglasung erhielt. Die Konstruktion ließ nun bis zu 18 Meter Länge stützenfreie Räume zu.

Die Grosszügigkeit und die Transparenz der Essensräume zum Park und zum Hof des Hörsaalgebäudes hin zeichnen den Bau, der 1983 mit dem Architekturpreis des Bezirkes Erfurt ausgezeichnet wurde, bis heute aus.

Westansicht, Ausführungsplanung 1979, Verfasser: Peter-Klaus Kiefer

Ansicht vom Park, Ausführungsplanung 1979, Verfasser: Peter-Klaus Kiefer


Cafeteriabereich 1983, die Ausstattung mit schwarzen Stahlrohrmöbeln war eine Einzelanfertigung der Hochschule. Foto: Claus Bach

Großer Speisesaal 1983, das Lampensystem war eine Neuentwicklung und wurde neben der Mensa in Weimar nur im “Palast der Republik” in Berlin installiert. Foto: Claus Bach


Zeitungsartikel vom 14.1.1983 in “Volk”